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Schonender Wiederaufbau oder Zerstörung von Lebensraum

Verfasst: Mo 11. Okt 2021, 10:51
von Aktiplan
Immer wieder fallen die teilweise zerstörerischen Aufräumaktionen in der freien Landschaft auf. Da werden Bäume im Naturschutzgebiet gefällt, mit schweren Baggern durch Auenwälder gefahren um alte Baumstämme zu entfernen oder mal schnell die Ahr begradigt, wie jetzt im Langfigtal passiert.
Diese Aktionen nehmen inzwischen bedrohliche Ausmaße an. Immerhin ist es das erste Mal, dass nach einem Hochwasser aufgeräumt wird.
Bisher hat sich da niemand für interessiert.

Bitte beachten; die Kritik richtet sich ausschließlich an die Aufräumaktionen in der freien Natur. Und wie oben geschrieben um das Wegräumen von Holz und Gestrüpp. Das Wegräumen von echtem Müll wie Autowracks wird nicht kritisiert.

Was denkt ihr darüber?

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Aufräumarbeiten im Naturschutzgebiet an der Ahrmündung. Foto: Achim Gottschalk, allgrafics

Re: Schonender Wiederaufbau oder Zerstörung von Lebensraum

Verfasst: Mo 11. Okt 2021, 12:56
von raidoe
Liebe Naturschutzfreund*innen,
Im ehemals verwüsteten und vermüllten Ahrmündungsgebiet liegen noch Teile, die ohne große Räumfahrzeuge nicht geborgen werden können. Der Schreitbagger musste bereits umkehren, weil er nicht an seine Einsatzorte gelangte. Manchmal müssen Naturschützer*innen ausnahmsweise auch Kröten schlucken, wenn sie dasselbe Ziel verfolgen: Ein echtes, Müll freies Naturschutzgebiet zurück zu gewinnen. Als Organisator der Sammel- und Entsorgungsaktionen von kontaminierten Mehrwegflaschen und Kästen habe ich alle Großobjekte mit ihren Daten festgehalten. Auch nach Rücksprache mit Förstern wird keine andere Möglichkeit im Ahrmündungsgebiet gesehen, zur Müllentsorgung Fahrzeug-Eingriffe vorzunehmen. Das tut NABU- und BUND-Mitgliedern sowie Symphatiesant*innen sicherlich sehr weh, mir auch. Aber ... dieses absolut einmalige Vorgehen ist alternativlos!

Re: Schonender Wiederaufbau oder Zerstörung von Lebensraum

Verfasst: Mo 11. Okt 2021, 13:20
von Achim Gottschalk
Hi,
also ich fand eure Wegräumaktion klasse und ich glaube nicht dass das jemand ernsthaft kritisiert. Schließlich will man ja nicht die nächsten 500 oder mehr Jahre durch Müllberge wandern.
Was mich allerdings stört sind Baumfällungen intakter Bäume oder dass das ganze Holz abtransportiert wird und entsorgt werden muss. Das könnte man auch liegen lassen (wie es seit Jahrzehnten nach Hochwassern üblich ist) und somit Arbeitskraft und Kosten sparen.
Bei Fazebuck gibts dazu viele Fotos, bei denen mir schwindelig wird.

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